Dioxinfund Boberger Niederung: Aktuelle Informationen der Behörde für Umwelt und Energie

Im Herbst 2018 wurden bei einer Hintergrundmessung im Böschungsbereich der Straße An der Kreisbahn im Norden des Naturschutzgebietes sehr hohe Dioxinwerte entdeckt. Der Bereich wurde umgehend abgesperrt und umfangreiche Erkundungs- und Untersuchungsmaßnahmen vorgenommen. Zu der ersten Infoveranstaltung für die Öffentlichkeit im November 2018 in der Stadtteilschule Mümmelmannsberg kamen über 300 Menschen. Ende Januar 2019 folgte der nächste Informationsabend, an dem Senatorin PrüferStorcks und Senator Kerstan über die ersten Untersuchungsergebnisse berichteten und zusammen mit weiteren Mitarbeiter*innen der Fachbehörden für Fragen der wieder rund 300 anwesenden Anwohner*innen zur Verfügung standen. Seitdem gab es weitere Untersuchungen, Gespräche, Auswertungen sowie erste Maßnahmenentwicklungen:

  • Der Zaun wird neu angeordnet
    Die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen dieses Jahres zeigen zum einen an, wo oberflächige Dioxinbelastungen (bis 60 cm Tiefe) vorliegen, zum anderen aber auch welche Flächen gefahrlos zu betreten sind. Die erste Maßnahme zur Gefahrenabwehr im vergangenen Jahr in Form einer Absperrung der gesamten Fläche kann daher jetzt angepasst werden. Um die unbelasteten Flächen und Wege wieder zugänglich zu machen, werden die bisher aufgestellten Bauzäune neu angeordnet, sodass wieder ein Zugang von Westen über den Parkplatz am Walter-Hammer-Weg möglich sein wird. Durch diese Öffnung werden auch die Anglervereinsflächen wieder erreichbar sein. Die Absperrung rund um den Schadensschwerpunkt wird verstärkt, der stark belastete Bereich wird komplett eingezäunt. Der neue Zaun wird im Winter 2019/2020 aufgestellt sein.
  • Erste Baumaßnahmen im Gebiet20
    Die Bodenuntersuchungen wurden dieses Jahr unter anderem auf den Flächen der Anglervereinsflächen sowie den dahin führenden Wegen und Trampelpfaden durchgeführt. Während die Vereinsflächen gefahrlos genutzt werden können, sind die Zuwegungen dorthin teilweise hoch mit Dioxin belastet und müssen vor einer Benutzung gesichert werden. Die Behörde für Umwelt und Energie hat sich daher entschieden, umgehend eine Sicherungsmaßnahme zu planen und umzusetzen. Die belasteten Wege werden dabei mit Trennvlies und unbelastetem Kiessand abgedeckt und können danach sofort gefahrlos genutzt werden. Diese Baumaßnahme findet im Winter 2019/20 statt und bleibt bis zur endgültigen Sanierung als Übergangslösung bestehen. Da dieser Wegebau im Naturschutzgebiet stattfindet, wurden mehrere Naturschutzverbände im Rahmen eines förmlich festgelegten Beteiligungsverfahrens einbezogen.
  • Sanierungsuntersuchung und Erstellung von Sanierungsvarianten
    Die Behörde für Umwelt und Energie prüft zurzeit, welches Fachunternehmen die Bodensanierung planen, fachlich begleiten und auswerten kann. Dieses Fachunternehmen muss z.B. den Untergrund noch genauer untersuchen, um das Ausmaß der Belastung in der Tiefe beurteilen zu können. Außerdem werden Daten über den Baugrund erhoben, die für die spätere Sanierung wichtig sind. Aus allen Ergebnissen werden schließlich unterschiedliche Möglichkeiten zur Sanierung entwickelt und geprüft, welche davon umgesetzt werden könnte. In der zweiten Jahreshälfte 2020 wird die Behörde für Umwelt und Energie die Öffentlichkeit über die unterschiedlichen Sanierungsoptionen informieren und darlegen welche Maßnahmen sie umsetzen möchte.
  • Nächster Schritt: Tiefenbeprobung
    Da die bisherigen Untersuchungen nur Auskunft über den oberen Teil des Bodens geben können, wird im nächsten Schritt bis in mehrere Meter Tiefe gebohrt. Für die spätere Auswahl einer geeigneten Sanierungsvariante soll das genaue Ausmaß des Schadens bekannt sein, um die Varianten umfassend bewerten zu können. Die Behörde erwartet die Ergebnisse ab Frühjahr 2020. Während der Arbeiten im Gelände wird verstärkt auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter*innen vor Ort geachtet, die in entsprechender Schutzkleidung tätig sein werden.