Einreisebestimmungen von Religionsgelehrten: Verpflichtende Deutschkenntnisse für mehr Integration und interreligiösen Dialog

Die rot-grüne Regierungskoalition in der Hamburgischen Bürgerschaft setzt sich dafür ein, dass Religionsgelehrte aus dem Ausland künftig bei der Einreise einen erfolgreich absolvierten Deutschkurs nachweisen müssen. Außerdem soll geprüft werden, wie die Ausbildung von islamischen und alevitischen Religionsgelehrten in Hamburg sowie ergänzende berufsbegleitende Qualifikationsmaßnahmen stärker gefördert werden können. Damit sollen Integration und interreligiöser Dialog in Hamburg erleichtert werden.

In Hamburg soll die veralteten Einreisevoraussetzungen für Imame überarbeitet und neu geregelt werden. Damit sind wir grundsätzlich auf einer Linie mit der Bundesregierung: Für eine gelungene Integration von Einwanderern ist es wichtig, dass sich Religionsgelehrte aus dem Ausland auch mit der Sprache und der Lebenswirklichkeit in Deutschland vertraut machen. Das beugt kulturell bedingten Missverständnissen vor, erleichtert das interreligiöse Leben und stärkt den sozialen Zusammenhalt. Deshalb braucht es rechtlich verbindliche Regelungen, damit die Imame aktiv auf eine gesellschaftliche Teilhabe ihrer Gemeindemitglieder hinwirken können. Es ist in gesamtgesellschaftlichem Interesse, dass in den Hamburger Moscheen und den alevitischen Gemeinden auch Imame und Religionsgelehrte eingesetzt werden, die in Deutschland sozialisiert und ausgebildet wurden. Welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, sollen per Antrag ermittelt werden.

Denn Religionsgelehrte mit deutschen Sprachkenntnissen sind nicht nur für ihre Gemeinden eine Bereicherung, sondern auch von besonderer Bedeutung für den interreligiösen Dialog. Langfristig muss es gelingen, die Ausbildung in Hamburg zu verbessern, damit mehr in Deutschland ausgebildete, unabhängige Geistliche in den Gemeinden der Religionsgemeinschaften Verantwortung übernehmen können.