Gute Bezahlung in der Pflege: SPD-Fraktion setzt auf stärkere Tarifbindung

Die Vergütung von Altenpflegekräften ist bei Trägern mit Tarifvertrag in Hamburg mehrere hundert Euro höher als bei solchen ohne Tarifbindung. Das geht aus einer Schriftlichen Kleinen Anfrage des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Wolfgang Rose hervor (siehe Anlage). Examinierte Altenpflegerinnen und Altenpfleger erhalten in tarifgebundenen Einrichtungen etwa 3.000 Euro und können bis knapp unter 3.700 Euro plus Zulagen, Weihnachtsgeld und betriebliche Altersversorgung steigen. Auszubildende erhalten mit etwa 1.000 Euro eine vergleichsweise sehr hohe Vergütung. Diese ver.di-Tarife liegen weit über der bundesweiten Durchschnittsvergütung aller examinierten Altenpflegerinnen und -pfleger von 2.750 Euro. Damit ist die Vergütung um mehrere hundert Euro höher als bei den Pflegekräften ohne Tarifvertrag.

Dazu Wolfgang Rose, Koordinator für Gewerkschaftskontakte der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Die Verweigerung von Tarifverträgen in der Altenpflege ist ein Anschlag auf die leistungsgerechte Bezahlung von Pflegekräften. Pflegerinnen und Pfleger sind wichtige Stützen unseres Gesundheitssystems und tragen erheblich an Verantwortung. Die Altenpflege darf niemals ein Niedriglohnsektor sein. Die Zahlen des Senats zeigen deutlich, dass Tarifverträge vor Dumpinglöhnen schützen. Sie sind der Garant dafür, dass auch in der Pflege gerecht bezahlt wird. Daher brauchen wir auf Bundesebene einen entsprechenden Pflegetarifvertrag, der für allgemeinverbindlich erklärt wird. Die Tarife in Hamburg können dafür ein gutes Vorbild sein – nicht nur in der Pflege, sondern auch in allen anderen Branchen.“

Hintergrund
Tarifverträge mit der Gewerkschaft ver.di gibt es bei Pflegen & Wohnen, bei der Diakonie, beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und weiteren Altenpflegeeinrichtungen im städtischen Arbeitgeberverband Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg e.V. (AVH). Im Rahmen der Hamburger „Allianz für Pflege“ sorgt der SPD geführte Senat für Transparenz bezüglich der Gehaltsstrukturen in der Pflege. Die Tarifbindung ist zudem ein Kriterium der Kontrolle von Pflegeeinrichtungen, das auch im Rahmen des „Hamburger Pflegekompasses“ transparent gemacht wird.