Hamburger Initiative wird Bundesgesetz: Verpflichtende Deutschkenntnisse für Religionsgelehrte beschlossen

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch, den 6. November 2019, beschlossen, dass ausländische Geistliche schon bei ihrer Einreise Deutschkenntnisse vorweisen müssen. Einen in der Stoßrichtung gleichlautenden Antrag hat die Hamburgische Bürgerschaft am 27. März auf Initiative von Rot-Grün beschlossen.

Es ist sehr gut, dass sich nun auch der Bund dazu entschlossen hat, die Hamburger Initiative umzusetzen. Für eine gelungene Integration von Einwanderern ist es wichtig, dass sich Religionsgelehrte aus dem Ausland auch mit der Sprache und der Lebenswirklichkeit in Deutschland vertraut machen. Das beugt kulturell bedingten Missverständnissen vor, erleichtert das interreligiöse Leben und stärkt den sozialen Zusammenhalt. Imame können mit entsprechenden Sprachkenntnissen wesentlich glaubwürdiger auf eine gesellschaftliche Teilhabe ihrer Gemeindemitglieder hinwirken.
Religionsgelehrte mit deutschen Sprachkenntnissen sind damit nicht nur für ihre Gemeinden eine Bereicherung, sondern auch von besonderer Bedeutung für den interreligiösen Dialog. Die von der Bundesregierung nun beschlossene Vorlage wird hoffentlich dazu beitragen, dass künftig mehr in Deutschland ausgebildete, unabhängige Geistliche in den Gemeinden der Religionsgemeinschaften Verantwortung übernehmen können.